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Feuchteschäden, Schimmelpilze, Lüftung, Einwohnphase |
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Mehr als 10.000 l Wasser in Beton, Mörtel, Putz, Estrich und Anstrichen werden oft beim
(konventionellen) Bau eines Einfamilienhauses verbraucht. Während der Bauzeit wird das
Wasser durch Verdunstung und chemische Prozesse abgebaut, dennoch enthalten die Gebäude
beim Einzug immer Restfeuchte, auch noch nach einigen Jahren. Was hat das für Folgen?
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Früher wurde langsamer gebaut, den Rohbau ließ man überwintern und vor dem Einzug wurde
eine Austrocknungszeit eingehalten. Die Heizungen waren oft sehr groß ausgelegt, ständige
Lüftung durch die Fenster- und Türfugen sorgte für Austrocknung. Doch auch damals war
ein "Trockenwohnen" erforderlich und nicht selten unproblematisch. Gelegentlich bekam
der Mieter zum Trockenwohnen sogar Mietnachlass.
Durch die Anwendung moderner Bautechnologien und Baustoffe wird heute wesentlich weniger
Wasser in der Bauphase eingetragen, deshalb sind die Wohnungen auch sofort bezugsfertig.
Eine Restbaufeuchte ist allerdings nie vermeidbar. Heute erreicht man sehr hohe
Luftdichtigkeit der Fenster und Türen. Das ist auch erforderlich, wenn man nicht die
Umwelt heizen will. Das behindert natürlich die Austrocknung. Deshalb ist richtiges
Lüften heute besonders wichtig, um Schäden am Haus und gesundheitliche
Beeinträchtigungen zu vermeiden und gleichzeitig keine Energie zu vergeuden!
Zur Baufeuchte addiert sich noch Nutzungsfeuchte, z.B. durch Kochen, Baden, Duschen,
Atemluft, Zimmerpflanzen. Hohe Luftfeuchte erzeugt physisches Unbehagen und führt zu
Schäden an Holzeinbauten und Möbeln, zu Schwitzwasser und in der Folge zu häufiger
Schimmelpilzbildung an Innenseiten der Außenwände, vorzugsweise in Raumecken und
Fensterbereichen.
Was ist Schwitzwasser? Warme, viel Wasser enthaltende Raumluft kühlt sich an den
kälteren Wandoberflächen soweit ab, dass der Taupunkt der Luft erreicht wird und
der in ihr enthaltene Wasserdampf zu Wasser kondensiert. Jeder kennt diesen
physikalischen Vorgang von "beschlagenen" Fensterscheiben.
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Beschlagene Scheiben sind ein Alarmsignal zum Lüften! |
Hinweise zum richtigen "Einwohnen eines Neubaus"
Die Baufeuchte muss aus den Bauteilen entweichen können, damit sie ihren vollen
Wärmeschutz leisten können. Die ersten Heizperioden sind noch kein Maßstab für den
Energieverbrauch. Der Austrocknungsprozess ist abhängig von den Witterungsverhältnissen
und kann 2 Jahre oder noch länger dauern. In der Einwohnphase ist alles zu tun, was das
Austrocknen der Wände unterstützt. Es muss ausreichend geheizt werden. Nur sich
erwärmende Luft kann zusätzliches Wasser (als Wasserdampf) aufnehmen. Der relative
Feuchtegehalt der Luft kann leicht mit einem handelsüblichen Hygrometer gemessen werden.
Der raumklimatisch optimale Bereich liegt bei 40% bis 50% und 20°C – 22°C
Raumlufttemperatur. Die von der Raumluft aufgenommene Feuchte muss regelmäßig angeführt
werden. In der Regel ist ein 0,5- bis 0,8-facher Luftwechsel pro Stunde
erforderlich!
Tipps zum richtigen Lüften
- Alle Räume regelmäßig mehrmals am Tag intensiv lüften (Fenster und Türen öffnen,
Durchzug schaffen).
- Stoßlüftung 5 bis maximal 10 Minuten (Besonders wirksam ist das bei
Wintertemperaturen!)
- Dauerlüftung (gekippte Fenster) kostet zusätzliche Energie und sollte während
des Heizbetriebes unterbleiben.
- Während des Lüftens kann man Thermostatventile an den Heizkörpern mit einem Tuch
vor kalter Luft schützen, damit die Ventile nicht voll öffnen.
- Auch in wenig benutzten Räumen den Heizkörper nicht ganz abstellen. Türen zu weniger
beheizten Räumen geschlossen halten.
- Beim Kochen, nach dem Baden und Duschen Fenster auf und Türen zu, damit sich der
Wasserdampf nicht in andere Räume ausbreiten kann.
- Im Winter die Raumtemperatur von ca. 15°C nicht unterschreiten.
- An heißen Sommertagen keinesfalls Kellerräume lüften, sonst wird ein
Feuchtetransport von außen nach innen bewirkt, dessen Ergebnis sich dann als
Tauwasser an den Kellerwänden bemerkbar macht!
Tipps: Was behindert das Austrocknen der Wände?
- Möbel nicht unmittelbar an Außenwand, ca. 10 cm Lüftungsabstand lassen.
- Bilder mit etwa 1 cm starken Abstandhaltern anordnen.
- Wandbekleidungen erst nach dem Austrocknen anbringen.
- Wandoberflächen nicht mit dampfdichten Tapeten, Folien oder Anstrichen versehen.
- Keine Wäsche in den Wohnräumen trocknen.
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